Zusammen ist man weniger allein. Der Om, Oida! Yogakalender

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20. September 2018 von evakarel

„Verpass ihr doch noch ein bissl ein Maurerdekolletée und Achselhaare!“ „Genial!!“

„Ich mag’s wie zwider der dreinschaut!“ „Ich auch!“

Sie hörten Auszüge aus den Bildbesprechungen für unseren in Kürze erscheinenden Om, Oida! Yogakalender.  Der musste jetzt raus, der ist uns beinah passiert, weil wir so viel über die Sprachbilder geredet haben, die ich in meinem Buch ständig verwend. Und weil es schön war, dezidiert unperfekte Charaktere zu entwerfen und dazu lustige Texterl zu verfassen. Charaktere, die man gern haben kann, ohne sich mit ihnen zu messen, nämlich. Normale Leute. Die Texte sind wie gewohnt aus meiner edlen Feder, die Illustrationen stammen von Nadine Kappacher, Illustrationskoryphäe von Gottes Gnaden.

Weißt, es braucht ja meiner Erfahrung nach irgendeinen Stupser – ein Gegenüber zum Beispiel, das mit seiner bloßen Anwesenheit bewirkt, dass Sachen zu sprudeln beginnen. Dass aus einem „ich könnte theoretisch“ und einem „was ich immer schon mal machen wollte“ ein Tun wird. Dass Texte nicht nur geschrieben werden, sondern auch gedruckt. Dass man den eigenen Allerwertesten dabei beobachtet, wie er sich tatsächlich hinsetzt und nicht nur das optionale Hinsetzen kontempliert. Synergie nennt man das wohl. Für mich ist dieses Gegenüber seit einem Dreivierteljahr meine Atelierkollegin Nadine. Die mit ihrer bloßen und steten Anwesenheit mein Atelier von Grund auf verändert hat, indem sich dort eine Atmosphäre der Tat eingeschlichen hat. Weil ich weiß, dass sie auch dort sein wird und an ihrem Tisch im Kabinett pinseln und Element of Crime hören wird. Und dass wir Kaffee schlürfen und uns mit Ideen und Zuspruch befeuern werden – auf diese eigenartig unaufgeregte Art. Und dann setzen wir uns wieder an unsere Tische, ich schreib und sie malt. Und der Hund streckt sich in all seiner Pracht aus, verströmt seinen Großer-Hund-Vibe und furzt nur hin und wieder. Und dann, wenn wir uns alle beide von unseren jeweiligen Kindern loseisen können, dann ist es dunkel draußen und wir malen leise und froh in die Nacht hinein. Und dann hält mein Zweiflerhirn zum aktuellen Zustand der Welt zwischendurch die Pappn – was ich als grundlegenden Beitrag zum Weltfrieden erachte. Und jetzt ist seit drei Wochen auch noch Lena an unserer Seite und schreibt Kinderbücher am blauen Tisch.

Natürlich ist ein kompletter Rückzug ins Private angesichts des politischen Wahnwitzes keine denkbare Option. Aber Schönes zu tun erscheint mir beinah als aufbegehrender Akt gegenüber der feindseligen Parolen, die gerade salonfähig werden in dieser unserer Öffentlichkeit. Hör mir zu: Nicht immer nur grübeln. Kleine, gute Sachen machen und die Fackel weiterreichen.

Bitte schaut’s her:

Theresa 1

Im Falle akuter Selbstzweifel platziert Theresa eine imaginäre Palatschinke auf ihrem Haupt und lässt das Zähneknirschen bleiben. Zack, rutschen ihre Ohren genüsslich vom Kopf. Palatschinken machen Theresa froh.

Edeltraud 2

Edeltraud wurde angewiesen, sich ein Licht in ihrer Brust vorzustellen. Sie fand das herausragend deppert. Probeweises Anknipsen besagten Lichtes bekehrte sie jedoch., entlockte es Edeltrauds Herz doch einen Seufzer und knöpfte ihr den Schreibtischbuckel ab.

ralph 1

Und dann kommt der Punkt, wo man sich hinlegt, schwer und schwerer wird und es nichts zu tun gibt, außer zu genießen, wie viel Platz da ist. Im Wadel, im Hintern, im Hirn, im Herz und überhaupt.

 

 

Ein Kommentar zu “Zusammen ist man weniger allein. Der Om, Oida! Yogakalender

  1. könnt ihr bitte ein Bild von Minusch machen, die am Kochtopfsteht und alles anbrennen lässt, und um sie rum toben zwei Jungs und das Handy piept aber weil sie gerade ganz tief einatmen musste ist es gut? ja? und der Bauch hängt und die Hose zwickt und nix ist gerade…

    Grüße von einer, die zur Zeit innerlich Yoga macht, indem sie dauernd aus dem Fenster schaut.

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