My mind is a bad neighborhood

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15. März 2017 von evakarel

garten (2)Die Selbsteinschätzung ist ein offizielles Oaschloch. Ich für meinen Teil bin ja während der letzten paar Jahre kaum beim Lehrendenkollegium angestreift, weil ich irgendwann beschlossen hatte, es sei eh nur noch eine Frage der Zeit, bis die mich nimmer wollen. Ich bin ja ein Impostor-Syndrom auf zwei Haxen, falls ihr diesbezüglich nicht up to date seid.

Jedenfalls war ich heut im Masterseminar, um meine parallel laufende Schreibwerkstatt anzukündigen und wurde von der Institutsvorständin mit den Worten: „Das ist die Frau Karel, ohne die hätten wir das damals beim Auslaufen des Diplomstudiums nicht gewusst, wie wir so viele Leute noch abschließen sollen, aber sie hat dann in kürzester Zeit so viele Leute beraten… Gehen Sie in die Schreibwerkstatt.“

Da soll man nicht hyperventilieren von Glück, heast.  Dass Eigen- und Fremdwahrnehmung immer aufs Neue dermaßen kollidieren können! Anne Lamott hat das mal treffend mit „My mind is a bad neighborhood that I try not to go into alone.“ bezeichnet.

Meine Schonzeit ist vorbei, Sommersemester Start, der Unibetrieb hat mich wieder. Seit letzter Woche unterricht ich auch ein bisschen an der Akademie der Bildenden Künste und die kreative Bagage macht mir ziemlich Spaß.

Der Aktionsradius der Söhnchen erweitert sich zusehends. Ich muss sagen, ich finde die Idee, Schule und Kindergarten im Grätzl zu haben, damit sich auch die Freunde im Umfeld herumtreiben, geht komplett auf. Die ersten unbegleiteten Besuche gehen los und als letzte Woche das kleine Söhnchen und ich saukrank waren, hat der Große den Weg zur Schule in Eigenregie gemeistert (5 Minuten mit dem Roller, entspannt’s euch. Kommt’s. Einatmen, ausatmen. Kinder werden in den seltensten Fällen gefladert.). Das mag niemanden verwundern, der das Kaliber meines Sprosses kennt. Tatsächlich ist er eher von der, ähm, zu bremsenden Sorte. Aber abgesehen davon, dass er einmal zu spät zur Schule kam, weil er wegen einer lockeren Schraube am Roller mutterseelenallein in der nächstbesten Autowerkstatt vorstellig wurde und sich gleich noch eine respektable Werkstattführung angedeihen ließ – alles gut. Frühling kann kommen. Hab nämlich jetzt einen Garten. Mit Hängematte. Und Narzissen. Um weniger Knedl als unsere frühere Wohnung. Die Depperten haben das Glück!

 

Ein Kommentar zu “My mind is a bad neighborhood

  1. Liebe Eva, wieder einmal ein besonderes Lesevergnügen – und ich freu mich grade sehr mit Dir (im Kaffeehaus sitzend). Schön, wenn frau soooo ein tolles (zweifellos absolut verdientes) Feedback bekommt.
    Liebe Grüße von Bettina
    p.s. ich hab den Link auf twitter weitergeleitet @schreibsalon (falls du mir folgen magst)

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