Sommer.

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17. August 2016 von evakarel

Ach so, nein! Alles gut! Ich sitz grad bei der schönen Schwester auf der Couch, wir hören Helge Schneider, richten Dropbox-Ordner zwecks Zusammenarbeit ein, updaten ein bissl an der Homepage herum und reden Scheiß. Ich hab nämlich eine Woche kinderfrei – danke Oma. Und ja, der Blog liegt brach – weil ich andernorts schreib wie eine Berserkerin! Hier bittesehr, die ersten beiden Kapitel meines Yogatexterls, zack, geschenkt! Ode an die Imperfektion. Teil 1 Stand 26. Juni 2016

Was hat sich inzwischen getan? Seit fast sieben Wochen sind die Kinder zwecks Ferien zuhause. Niemand hat mich dazu verdonnert, doch wenn ich an meine eigenen zeitlosen Sommerferien zurückdenke komme ich nicht umhin: Die können was.

Das große Söhnchen wird im September eingeschult, das kleine kommt von der Krippe in den Kindergarten – ich denk mir, so eine Auszeit ist nicht blöd, bevor so gravierende Wechsel anstehen. Immerhin hat die Uni sowieso zu und es geht sich irgendwie aus.  Also alle Arbeit in die Nacht und die Papawochenenden verfrachten und ansonsten: Mama sein. Zugegebenermaßen mussten wir uns ein bissl einwerkeln, 24 Stunden aufeinander zu kleben. Zugegebenermaßen verwünsche ich zwischendurch unsere kleine Wohnung, weil die Kinder halt mangels Freiraum dazu tendieren, sich in die Pappn zu haun und ich ständig mit ihnen rausgehen muss. Ich mit dabei. Nix mit: Schleichts euch in den Garten, schaut’s, dass weiter kommt’s, Gfraster. Und samma uns ehrlich: Irgendwie ist das auch nur eine rosa Romantisiererei – mein Bruder und ich haben uns auch nix geschenkt, trotz dreier Etagen und Riesengarten am Waldrand. Die Einsiedlerin in mir kreischt vergebens um Hilfe, also entspannt man sich in den Moment – hadern ohnehin für Arsch und Friedrich.

Wir begannen den Sommer mit einer grundlosen Party und trieben die in Wien weilenden Freunde zur Tür herein. Probeweise mit Kindern, quasi Experiment. Fazit: Eine 56m2-Wohnung lässt sich durchaus mit einem guten Dutzend Erwachsenen und 7 Kindern füllen. Und wenn dann die Brut um elf aufgibt und ermattet in die Hapfn fällt, nachdem sie zuvor die Wohnung abgedunkelt und per Radlichtern Disko gespielt, sowie mit Strumpfhosen am Kopf ein spontanes „Hasentheater“ zum Besten gegeben hat, haben die Erwachsenen noch Zeit, sich gemütlich bis in die Morgenstunden zu vergnügen.

clara luziaDas haute so furios hin, dass ich am nächsten Tag gleich das große Söhnchen zum Konzert von Clara Luzia am Donaukanaltreiben schleppte. – Woraufhin er flugs den vorangehenden Bandcontest crashte, indem er mit der höchst amüsanten Moderatorin Wenke anbandelte, weswegen er Clara Luzia durchs Mikro ansagen durfte und schließlich noch einen Strandstuhl abstaubte, den er clara luzia 2gleich nutzte, um während der Wartezeit auf die Bim am Heimweg seine Pizzaschnitte zu verdrücken. Ich war ein sehr gerührtes Täubchen vor dem Herrn. Immerhin hab ich ihn vor bald 7 Jahren zu Clara Luzias CD „The long Memory“ rausgepresst, was mich auf ewig mit dieser coolen Sau von einer musikalischen Elfe verbinden wird.

griechenlandSodann kaperten wir die schöne Schwester und entfläuchten nach Griechenland, wo – sehr zur Freude der Söhnchen – das Hotel beinah abbrannte, was erst durch unsere Zimmerfeuerlöscher, dann per Löschflugzeug und schließlich mit zwei höchst maroden Feuerwehrfahrzeugen verhindert werden konnte. Sonne, Meer, Pool – eh schön, wär man nicht im Grunde primär ein Sonnencreme-Einschmier-Roboter mit Ouzo-Glas in der Hand, der alle fünf Minuten „Setz das Kapperl bitte wieder auf.“ kräht und zwischendurch Pommes bestellt.

„War’s schön für dich in Griechenland, Puppi??“ „Sehr. I hoff, nächstes Jahr brennts wieder!“

yoga mit kindernDer Alltag ist zunächst von Graben- und Revierkämpfen der Extraklasse geprägt. Doch es  werkelt sich eben doch ein. In Ermangelung von Pausen roll ich am Vormittag die Yogamatte aus und bezärtel ein bissl meinen Kadaver. Die Brut turnt johlend auf mir herum, legt mir Zeitungen aufs Gesicht (guckuck!) und kuschelt in meiner Armbeuge. Dank Temperaturen um die 12 Grad plus Nieselregen beschließe ich, die Bude auf Vordermann zu bringen. Ich schnappe mir Farbtopf und Pinsel, informiere mit todernster Miene, wir seien die Maler, die die Frau Karel bestellt hätte – und jetzt hoppzack – es gäbe viel zu tun. Der Film in ihren Köpfen startet unversehens, erkennbar am furiosen Blitzen der Augen. Zwei Minuten später sind sie im Malergewand, haben sich Werkzeuggürtel gebastelt und neue Namen verteilt. „Heast, Chefin? Wos isn mit dem Fleck do? „Gehns, übermoins den bitte, Herr Franz.“ „Söbstvaständlich!“ Ja, es musste versehentlich der eine oder andere Türstock dran glauben und die Sauerei ist enorm, aber der Stolz trieft ihnen aus den Ohren und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

sofaturnenSie treiben, was man eben so treibt, wenn man klein ist und der Taten- und Bewegungsdrang die Zügel fest in der Hand hat. Nachdem sie ausdauernd Arschbomben von und Kopfstände auf der Couch zelebriert haben, flitzen sie ins Kinderzimmer, wo sie ein Zelt aufbauen und mit sämtlichen auffindbaren Decken, Pölstern und Kuscheltiere ausstaffieren. „Mamaa? Komm, du bist die kleine Schwester. Leg dich hin und plärr, du bis nämlich ein Baby.“ Ich jaul mir also ins Zelt gekauert pflichtschuldig die Seele aus dem Leib, Klageweib nix dagegen. Der Kleine steckt mir nacheinander zwecks Nuckeln alle 10 Finger in den Mund, der Große offeriert seinen Nippel. Ich simuliere exorbitante Verdauungsgeräusche, sie brüllen sich schwitzend vor Lachen und ich hab sie so lieb, dass mir schwindlig um die Ohren wird.

Der Sommer rumpelt gemütlich dahin und das Umfeld nimmt immer mehr Dorfqualitäten an. Das baldige Schulkind schraubt am Nachmittag mit dem Nachbarsohn fünf Stunden an dessen Auto herum, als ich ihn zwecks Abendessen abhole, protestiert er lautstark, weil er mir erst die Arbeiter der Baustelle nebenan vorstellen muss (Bauarbeiter: „Warum hast du eigentlich Nagellack auf deinen Fingern?“ – Sohn: „Waßt, mir gfoit des afoch.“), außerdem die Tischler von gegenüber, mit denen er sich des Nachmittags verbrüdert hat. Beim Einschlafen erzählt er mir von drei Hunden, die er streicheln durfte.

Ein Hoch der Fadesse, gepriesen die Gemütlichkeit.

Übrigens unterrichtet Susanne grad Yoga im Sommermodus und ein paar Outdoor-Yogaabende gibt’s auch. Ab September geht’s dann wieder mit unseren regulären Yogakursen weiter.

3 Kommentare zu “Sommer.

  1. Marion sagt:

    Danke für die Erinnerung an ewig dauernde Sommertage…
    Und auch für deinen Einblick ins Yogabuch – sehr cool. Viel Spaß beim Weiterschreiben. Freu mich auf das fertige gedruckt :).

    Marion

  2. glitzerkugel sagt:

    Wunderschöne Sommerewigkeiten.

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