Einen Fünferblock, bitte.

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12. Mai 2016 von evakarel

krankenhausIch nehm mir jetzt einen Fünferblock für die Unfallambulanz, die Brut pflegt nämlich, von possierlichen Steinmauern zu köpfeln, im Kindergarten pracken Sessel auf kleine große Söhnchenzehen und färben kleine große Zehennägel in gewitterfarbenem dunkelblau, Knochenbruch niemals ausgeschlossen. Wir sind ein eingespieltes Team. Das große Söhnchen serviert versiert die E-Card des kleinen Bruders und diktiert mir vorbildlichst die Sozialversicherungsnummer wenn ich das Anmeldungsformular bekritzle. Trotz hervorragenden Teamworks denkt man sich zwischendurch: Leckt’s mi am Oasch. Halt auch, weil mir jedes Mal das Herz ins Hoserl rutscht. – Weil bitte – was, wenn eins meiner Babys versehentlich kaputt wird? Mein Herz ist ja kein Fleischlaberl. Ich will nicht, dass denen was weh tut.

Nun wird also in Ermangelung voll einsatzfähiger weil geprellter, aber wenigstens nicht gebrochener kleiner großer Zehen auf dem Hintern durch die Wohnung gerutscht und versiert leidend mit der Unterlippe geflattert. Er tut mir eh leid, nur könnt ich mir grad – drei Wochen post Gehirnerschütterungsinferno – Spannenderes vorstellen als einen fußmaroden Dreieinhalbjährigen, den ich von A nach B tragen muss. Wenigstens ist er sehr lustig. Wacht mit nur einem Socken an den Füßen auf und weckt mich mit einem empörten: „Mama! Ein Socken ist entkommen!!“ Das ich mit einem verschlafenen: „Um Himmels Willen!! Ihm nach!!“ quittiere.

Und wenn wir nicht selber die Dienste der Krankenhäuser strapazieren, ist regelmäßig meine per Rollator fulminant gen 100. Geburtstag sausende Großmutter dort zugegen. Die Burschen lachen sich vor Ort elektrisch berollstuhlte Sanatoriumsinsassen an, auf deren Schößen sie Platz nehmen und wiehernd vor Begeisterung durch das Sanatorium flitzen – gesengte Sau nichts dagegen. Nach spätestens 15 Minuten beginnen aus sämtlichen Zimmern alte Menschen herauszuapern. Schlurfenden Schrittes werden Kekspackungen für die Kinder angeliefert und die Protheserl wackeln vor Lachen, wenn sie mit dem Rollstuhlfahrer ihres Vertrauens daherfetzen. Kannst dir jeden Indoorspielplatz schenken. Ab ins Sanatorium mit den Sprösslingen. Gut für alle.

2 Kommentare zu “Einen Fünferblock, bitte.

  1. angelika sagt:

    hahah ich zerkugel mich jedes mal wenn ich deine posts lese! danke für die köstlichen einblicke in euren alltag!

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