Der Sohn als Uni-Assistent

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19. Januar 2016 von evakarel

uni-assistentDas sechsjährige Söhnchen jammert morgens Zahnschmerzen, ich muss aber leider eine Prüfung an der Uni abhalten, es is ein Gwirx. Letztlich pack ich ihn ein, Stoßgebete im Hinblick auf Contenance und Stillschweigekapazitäten des Söhnchens gen Himmel brüllend. Ich nehm ihn einfach mit, um nach der Prüfung flugs das Zahnambulatorium heimzusuchen.

Ein Traum. Ich mein, samma uns ehrlich! Wir ham den besten Mama-Sohn-Tag verbracht und gearbeitet hab ich sogar auch. Ich mein, gut. Selbstverständlich hat er im Zahnambulatorium schließlich nach 3,5  Stunden Wartezeit und kurzem Bohr-Intermezzo die Pappn partout nimmer aufgemacht, weswegen wir unverrichteter Dinge und mit partiellem Saugrant meinerseits wieder von dannen gezogen sind, aber! Lasset uns den Blick stets auf die quietschfidele Seite der Dinge legen, werte Gemeinde. Das Söhnchen und ich verkuschelten ob der Absenz des Brüderleins sämtliche Bim-Fahrten ungestört aneinandergeschmiegt, wir hielten Händchen wie zwei Turteltäubchen, an der Uni angekommen verteilte er Prüfungsbögen und malte tatsächlich zwei Stunden lang mucksmäuschenstill bzw. von minimalem Gekicher bzw. Hundegebell unterbrochen Gemälde ans Whiteboard. Als ich aufs Häusl musste, erklomm er seinen Sessel und rief mit streng in Falten gelegter Stirn: Wer schummelt, während die Mama Lulu macht, den petz ich!!

Ein guter Tag.

3 Kommentare zu “Der Sohn als Uni-Assistent

  1. Silvia sagt:

    Das hat er gesagt? Ich hau mich ab 🙂 🙂 🙂

  2. L. sagt:

    sau.geil! muss ich an dieser Stelle mal laut heraus.schreiben *grinst* liest sich nach ’nem wirklich guten Tag, jawoll!

    liebgruss, L.

  3. Eva Karel sagt:

    […] Uni-Lehrveranstaltung mit großem Söhnchen hatten wir ja schon mal. Mit beiden ist es gleich noch erbaulicher. Und das geht so: Sie hypochondern morgens Halsweh daher, weswegen ich ihnen aufgrund akuten Zeit- und Babysittermangels die Radhelme aufsetze, sie Rucksäcke mit Spielzeug packen heiße und dann ohne viel nachzudenken mit zu meiner dreistündigen Lehrveranstaltung schleppe. Wir radeln also Richtung Campus. Sohn 2 im Radsitzerl mit Pippi Langstrumpf-Puppe am Schoß, Sohn 1 am eigenen Radl auf meinen Fersen. Wir fahren die Lazarettgasse runter, die Autos fetzen an uns vorbei, mein Blick wandert alle 4 Sekunden zu meinem Kompagnon hinter mir. „Schön am Rand fahren, Puppi!“ „Ja!!! Ich schau immer genau auf deinen Hintern!“ „Das ist gut! Aber halt Abstand, Schatzi!!“ „Jaaahaaa!“. Man scheißt sich tatsächlich bis zum Kragen an, aber es funktioniert. […]

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