rauf runter

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10. Dezember 2015 von evakarel

 

aufabGelobt die getrennte Elternschaft. Jede zweite Woche sind sie ein paar Tage bei ihrem Vater, ich hüpf aus der Versorgerinnenroutine und tue und lasse, wie’s mir beliebt. Immer mit dem Effekt, dass ich spätestens am Vortag ihrer Rückkehr dieses wohlbekannte Ziehen im Brustkorb hab. Weißt eh – dieses Sehnen. Wenn man nicht mehr recht erwarten kann, dass die Schlumpfstimmen wieder die Wohnung erfüllen, die kleinen Hände wieder an mir herumkrabbeln, die kleinen Nasen sich ‚versehentlich‘ in meine Hose schnäuzen, die kleinen Münder mir ein Bussi nach dem anderen sowohl kredenzen als auch abluchsen.

Und dann beginnen die vier kleinen Hände in gewohnter Manier, die Wohnung in ein Schlachtfeld zu verwandeln, sie ballen sich zuweilen zu Fäusten und hauen sich in gewohnter Manier in die Pappn und die kleinen Münder fetzten rotzfreche Antworten raus, bis mir in ebenso gewohnter Manier das Kragerl platzt und ich ankündige, Weihnachten falle bei diesem Sch***benehmen leider aus.

Was ich richtig an mir mag ist ja die Tatsache, dass ich stets eine Koryphäe des pädagogisch hochwertigen Agierens bin. (Jetzt ist der Saustall immer noch nicht zusammengeräumt?!? Gerne! DAS CHRISTKIND SIEHT ALLES!!) Leider sind sie auch nicht ganz deppert. Immerhin wurden sie am Wochenende von fleischgewordenem Nikolaus samt Krampus-Anhang heimgesucht und sind beschenkt worden, drum sind sie unverdrossen der Meinung, auch das Christkind teile des Nikolaus‘ Meinung im Hinblick auf ihre geschätzte Reputation. Bei besagtem Saustall handelt es sich seither um Duplo- und Legogefängnisse, in die sie (hämisch lachend) Krampusse gänzlichst ungerührt einbuchten. „Rein mit dir! Und da bleibst du jetzt!“

Dieses Schwanken zwischen ‚ich lieb die so, ich werd gleich deppert‘ und ‚ich schieß mir gleich ins Hirn, heast‘ ist mir immer wieder ein gehöriges Stirnrunzeln wert.

„Mamaaaa? Ich bin ein Bub. Weil ich hab ein *** (eh schon wissen).“

„Richtig.“

„Und du bist eine Frau.“

„Stimmt.“

„Weil du bestimmst.“

Weißt – und das sind dann die Situationen, in denen ich mir fast ins Hoserl scheiß vor Lachen.

Eigenständige Urteilsfähigkeit wird auch schon feilgeboten. Wir lesen irgendeine Lindgren-Geschichte. In besagter Geschichte predigt die Mutter, nur böse Menschen würden fluchen. Unterbricht mich das große Söhnchen: „Aber das stimmt nicht! Du fluchst auch, aber du bist sehr lustig!“

Na bitte, hoch die authentische Elternschaft!

Und wenn sie mir dann beim Gute-Nacht-Sagen das ganze Gesicht zerknutschen, dann taumel ich relativ regelmäßig relativ oag high aus dem Kinderzimmer und könnt plärren.

Weihnachten findet aber sowas von statt.

5 Kommentare zu “rauf runter

  1. Pipa sagt:

    Ach ich mag Deine Schreiberei. Aber so was von …..Und irgendwann schaffe ich zeitlich ein Workshop von Dir… bestimmt …. 🙂

  2. marryandco sagt:

    Chapeau! Auf die authentische Elternschaft!

  3. cloudette sagt:

    😀 hahaha, „weil du bestimmst“ zu gut!

  4. Eva Karel sagt:

    […] Bruder, weil FAAALLS das Christkind ihm Lego bringt, muss er auch mit DIR teilen) fruchten. Die Krampusgefängnisse erfreuen sich täglicher Frequentierung, mittlerweile gibt es einen Polizeihund, der täglich 17x […]

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