wenn die Boote anlegen.

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24. August 2015 von evakarel

TraiskirchenIch urlaubte mit der schönen Schwester und den Sprösslingen 1,5 Wochen lang in Griechenland. Strand, Pool, Ouzo, schwimmen lernen, Mittagsschlaferl auf der Sonnenliege – alles da. Wir waren mit unseren klassischen First World-Problemen beschäftigt („ma, sind die Kinder heut ANSTRENGEND. Da, hast ein Eis. Ah, besser.“). Am Abreisetag hockten wir auf der Terrasse mit Blick aufs Meer und futterten Frühstück. Irgendwann störte das Gegröle von den beiden herannnahenden Booten. Scheiß Touris, dachte ich. Brüllen sich ihren Adrenalinüberschuss raus, während ich da frühstücken will. Die Boote kamen näher, wir gingen ans Terrassengeländer. Die Gänsehaut kroch langsam, aber sicher vom Nacken Richtung Zehenspitzen und richtete alle zur Verfügung stehenden Härchen auf. „Warum schreien die so?“ wollte das bald 6-jährige Söhnchen wissen. Ich blieb mit der Brut am Terrassengeländer, die schöne Schwester packte sich zam, rannte zum Strand, verteilte Wasser und Brot und weinte anschließend 3 Stunden lang. 70 – 80 Menschen auf zwei maroden Schlauchbooten, Babys und Kleinkinder inklusive. Realitätscheck deluxe.

Ich fahre also am Sonntag ins Flüchtlingslager Traiskirchen. Mir reicht es nämlich. Es darf so nicht weitergehen. Ich bin nicht bereit, noch länger von meinem Elfenbeinturm aus die Nachrichten via Internet zu checken und betroffen zu sein. Das reicht einfach nicht. „Warum müssen die von daheim weg?“ „Warum weinen die so?“ „Aber wie tun die am Meer ohne Essen?“ „Und wo sind ihre Sachen?“

Eben.

Damit wir keinen Ramsch daherzahn, werde ich Sackerl mit Hygieneartikeln zusammenstellen (denn die werden lt. Auskunft von Freunden, die unlängst dort waren, wirklich gebraucht). Konkret sollen Sackerl mit folgendem Inhalt fabriziert werden: Desinfektionsmittel, Zahnputzzeug, Seife, Pflaster und für Männer und Frauen was sie sonst so brauchen von Rasierern bis Binden (keine Tampons!). Wer beitragen möchte, schreibt mir bitte ein Mail und bringts mir, ansonsten kann alles auch im Tüwi abgegeben werden, wir nehmen’s dann von dort mit. Ansonsten wären noch Koffer mit Rollen und Taschen super. Na dann schon mal: Merci für eure Mithilfe!

Wer sonst noch beisteuern möchte, scheint hier gut aufgehoben zu sein.

Ein Kommentar zu “wenn die Boote anlegen.

  1. […] nun zum Thema “Werd aktiv und rede darüber”: Ich für meinen Teil hab einen Stapel Sachspenden gesammelt, die ich – da sich die Lage in Traiskirchen entspannt und die Caritas zum […]

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