Ode an den Sommer.

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8. August 2015 von evakarel

Die schlechte Nachricht ist, dass es lange dauert und man währenddessen das Heidelbeerjoghurt im Supermarkt anweint, weil man es nicht mehr kaufen kann. Weil da niemand mehr ist, der sich drüber freuen würde. Und das kommt so in Schüben, da kann man gar nix tun, außer raus damit, raus mit den Tobsuchtsanfällen, raus mit den Tränen, Blick stur nach vorn gerichtet, es wird besser werden. Es muss.

sommerUnd so ist es, denn dann kommt der nächste Sommer und es dämmert: Hoitas, ich hab das Uni-Jahr abgeschlossen, alle Seminararbeiten sind benotet. Ich hab das arbeitsintensivste Jahr meiner Existenz geschafft. Wenn es im Herbst wieder losgeht, hab ich alle Lehrveranstaltungskonzepte fix und fertig in der Schublade. Es fühlt sich an nach „Ich habe die Weltherrschaft an mich gerissen, Pinky!!“ Da kriecht mir mit einem Mal wieder der Tatendrang ins Gebein. Während der letzten Wochen habe ich meine kinderfreien Nächte im Atelier verpinselt und mich auf Konzerten herumgetrieben. Und das Gefühl, wenn sich die eigene Haut wieder passgenau anfühlt, wenn sie einfach wieder sitzt, kehrt ein. Das Faustdicke lässt sich wieder hinter den Ohren nieder und man hockt des nächtens ins Fäustchen lachend auf der Couch und pfeift sich Schokomandeln rein, während man Texte lektoriert und die geschätzten Nachbarn sukzessive in den Wahnsinn treibt, indem man im Endlosloop Lhasa de Sela hört.

Der den bewusst gewählt prekären Arbeitsverhältnissen geschuldeten Freiheit sei Dank habe ich einfach für 2 Monate den Kindergarten pausiert, das Arbeiten drastisch reduziert, in die Schlafenszeit der Söhnchen verschoben und verbringe die Tage nun an der Donau, in der Hängematte und im Freibad. Wer sich nun bemüßigt fühlt, mit mir in ein fulminantes „Oida, GEIL!!“ einzustimmen: Eins, zwei, LOS!

Wir sind zeitlos, gerade eben ist das bald sechsjährige Söhnchen doch nochmal hungrig aufgewacht und statt ihn in Anbetracht eines anstehenden Kindergartentages zurück ins Bett zu scheuchen füttere ich ihn mit Resten des großelterlichen Grillers, wir tratschen und hampeln bis viel zu spät bei 30 Grad Innentemperatur zu Abba in der Küche herum. Warum? Weil Sommer ist. Weils wurscht ist. Weil wir uns lieb haben. Weil seine Locken so gut riechen. Und weil wir morgen aufstehen, wann wir eben aufstehen.

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