Helene Fischer und das Wohnmobil.

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23. Juni 2015 von evakarel

helene fischerGut, jetzt bin ich also monatelang in der Versenkung verschwunden, denn man kann die Pappn noch so weit aufreißen: Es ist nicht ohne, viel zu arbeiten. Mir fällt’s grad schwer, mich meinen Kreativprojekten zu widmen, weil ich permanent auch Seminararbeiten korrigieren könnte. Und das Switchen von wissenschaftlichen Texten hin zu kreativen ist gelinde gesagt eine Herausforderung, weil ich mein kreatives Geschreibsel ständig durch die wissenschaftliche Brille analysiere. Aber nun ist das Unisemester abgeschlossen. Es fühlt sich ein bissl wie Matura an – ich kann es noch nicht ganz fassen, es geschafft zu haben. Als ich aus der letzten Vorlesung raus bin und die Studis zum Abschied applaudiert haben, hat die Brille meine Tränen der Erleichterung zum Glück gut kaschiert, bis ich aus dem Unigebäude draußen war.

Insgesamt: Mir geht’s eh gut. Ein bissl viel ist es, weil mir auf einmal die Tür eingetreten wird mit Schreibprojekten, aber man will ja nicht undankbar sein, net woa? Ich übe mich erstmalig im Ablehnen von Aufträgen – auch eine neue Erfahrung.

Heute zur Abwechslung mal ein persönliches Update: Ich lausche ja regelmäßig den Ausführungen der schönen Schwester (die sage und schreibe sechs Kinder regelmäßig babysittet), dass tatsächlich die Fraktion der freundlich lächelnden, artig spielenden Geschöpfe unter 6 Jahren vorhanden sei. Ich staune, denn mir ist das unbekannt. Verlasse ich die Küche, finde ich fünf Minuten später die Brut mit Schöpflöffeln und Töpfen „Suppe kochend“ vor, die Küche schwimmt, man könnte seltene Fischarten züchten. Verlasse ich das Wohnzimmer, wird umgehend „ein Wohnmobil gebaut“, gleich bedeutend mit dem gänzlichen Ausräumen der Regale und des Stapelns eben jenen Inhalts unter, auf und neben dem Esstisch, scheint das maßgebliche Kennzeichen von Urlaubsunternehmungen doch jenes des Packens zu sein. Auch Bettzeug, Aluleitern, Yogamatten, -gurte, -würfel und Proviant werden „gepackt“, ebenso wie der Couchtisch, der als Cockpit fungiert in/auf dem beide hocken, „Straßenkarten“ lesen und exorbitant laute Motorengeräusche von sich geben, ich freu mich ja so. Davor, danach und währenddessen wird abwechselnd geplärrt, einträchtig gespielt, bei Ungemach gezwickt und ausdauernd „MAAAMAAAAA, der XY hat XY gemacht“ gebrüllt, bevor wieder friedlichst weiter verreist wird.

Unlängst schläft der Kleine im Auto Richtung Supermarkt ein und da ich mir einerseits kein schlafgrantiges Kind eintreten will und andererseits dem Großen soweit vertraue, 10 Minuten den schlafenden Bruder zu bewachen, lasse ich die beiden in der Tiefgarage und renn rauf, um die Beute zu holen. Als ich am Rückweg aus dem Lift steig, wummern mir die Ärzte „ARSCHLOCH“ durch die Tiefgarage entgegen. Alle 4 Fenster sind herunten, der Kleine pennt selig im Sitzerl, der Große hockt hinterm Lenkrad, hat das Radio aufgedreht (ja, das funktioniert auch ohne Zündschlüssel, denn nein: ganz deppert bin ich nicht – den hatte ich konfisziert), headbangt und ist außer sich vor Amüsement.

Auch schön: Die horizonterweiternde Wirkung engagierter Verwandter. Kaum kommst dir super vor, weil die Kinder Shantel und Beatles super finden und Queen sogar mitsingen können, schon hopsen die Söhnchen nach einem nicht bei mir verbrachten Wochenende begeistert in meinem Bett im Kreis und grölen mit Ganzkörpereinsatz Helene Fischers ‚Atemlos durch die Nacht‘. Sie schmeißen sich gegenseitig um, brüllen vor Begeisterung und zackig wird der Text zum Programm, weil ihnen vor lauter Gehopse und Gelächter derartig die Luft ausgeht, dass nur noch „Atemlos!!“ gejapst wird. Meine Kinder sind Musikantenstadel-Nachwuchs, ich bin stolz.

Und so hocke ich nach verrichtetem Tagwerk mit im Nebenzimmer schlafender Brut am Schreibtisch und kletzel die letzten Futzerl Konzentration aus mir heraus, um dem Stapel Proseminararbeiten Frau zu werden. Und es geht eh, aber es geht halt oft nur so halberts.

Irgendwie glaub ich, das ist ganz in Ordnung so. Ja, das ist ganz angemessen.

2 Kommentare zu “Helene Fischer und das Wohnmobil.

  1. margot sagt:

    Oh, oh, mir kann auch jeglicher Fisch gestohlen bleiben, dennoch find ich die Geschichte sehr süss :-)!

    … Sing und schwing das Bein,
    Laß die Sorgen Sorgen sein,
    In das Lied stimm ein …

    Spiel ihnen doch das vor :-)!

  2. elisabeth sagt:

    endlich les ich wieder mal auf deinem blog – und da mus ich mein erstes kommentar auch da lassen: bei uns kam helene fischer auch „irgendwie“ ins haus, keine ahnung… egal, aber ich liebe tochter`s (4j) abwandlung: inbrünstig sang sie immer „Atemlos, gute Nacht!“….
    das geht…. 🙂

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