Der Griesbrei-Sadhu

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16. Februar 2015 von evakarel

affenEs klopft an meine Zimmertuer, der juengere Sadhu serviert mir Nachspeise. Ausserdem hat er einen Packen Buecher dabei. ‚Interesting Stories in Easy English“. Er habe mich lesen gesehen – vielleicht interessiere mich Robinson Crusoe? Alladin gefaellig? Er lebe ja zoelibataer und alles, es sei nur, ach, meine Aura halt. Und eben die blauen Augen, die faende er nicht zu verachten. Sein Gesicht trieft ihm halberts vom Kopf, ich komm mir ein bissl deppert vor.

Mit blauen Augen brauchst nicht daherkommen, was glaubst. Da musst du stante pede Fotos von deinem Bruder herzeigen, der praktischerweise von deinen Soehnen umzingelt ist, und ihn als deinen Ehemann ausgeben, sonst wird hurtigst der orangen Robe entflaeucht und geheiratet, dass es nur so kracht. Jaja, sehr lang kenn ich meinen Husband schon, quasi lebenslang. Sehr, sehr guter Husband, gar keine Frage, wahnsinnig gluecklich verheiratet sind wir, aber danke sehr fuer die Nachspeise! Und fuer die Buecher!

Ich bin so vollgefressen – Yoga macht hungrig, bist du narrisch -, keine Griesbreikapazitaeten meinerseits. Die Hundebabies im Ashram jedoch koennen ihr Glueck ob des taeglichen Griesbrei-Festmahls, das ich ihnen auftische, kaum fassen. Fuenf Welpen huepfen um mich herum und ich bin sehr streng zu mir und recherchiere nur kurz, wie so ein Hundebaby von Indien nach Wien zu transferieren waere. Nix! Eva! Hast eh schon genug Kinder zu bemuttern, jetzt reiss dich zam. Eh. Aber. Ich mein, die knabbern mit ihren 5 Wochen alten Milchzaehnchen an meinen Fingerkuppen herum und veranstalten Purzelbaeume, wenn ich komme oder gehe – wessen Herz wuerde da nicht selbst Griesbreikonsistenz anpeilen?

gangaJetzt hoere ich DelaDap!, habe mich den Sonntag lang aufs Praechtigste erholt, weil keine Yogamarathons, sondern nur Schreiben und Buecher verschlingen und Welpen fuettern. Die Kinder glaenzen im Hinblick auf meine Abwesenheit uebrigens mit grenzenloser Wurschtigkeit – hin und wieder nach Mama fragen, wenn man grad mued ist, ausgenommen. Wenn das so ist, dehne ich kommendes Jahr auf 3-4 Wochen aus, treulose Gfraster! Gut, aber jetzt ausnahmsweise ernsthaft: Bitte wie super ist das? Ich wollte schliesslich immer erreichen, dass ich nicht die einzige Bezugsperson bin, dass sie auch anderen Bezugspersonen wirklich vertrauen, sich bei ihnen geborgen fuehlen. Und jetzt ist das tatsaechlich so, also kann ich reinen Gewissens zwischendurch abhauen, ohne staendig zu befuerchten, meine Babies koennten darunter leiden. Und wie geh ich ueberhaupt mit dem Getrenntsein von ihnen um? Ich gestehe hiermit, saemtlichen Gespraechspartnern ungefragt Fotos von ihnen unter die Nase zu halten und dabei im Sekundentakt vor Stolz zu platzen, aber! Ansonsten gelingt es mir, mich wirklich auf mich und meine Zeit hier zu konzentrieren, es fuehlt sich gut an.

Ich fuehl mich elfengleich, jede Zelle in mir scheint dank Yoga und Leerlauf zu grinsen.

3 Kommentare zu “Der Griesbrei-Sadhu

  1. Markus sagt:

    Bloß deine blauen Augen machen mich so sentimental … -;)
    Schöne Grüße ins ferne Indien!

  2. Markus sagt:

    Bloß deine blauen Augen machen mich so sentimental …;-)
    Schöne Grüße ins ferne Indien!

  3. Pipa sagt:

    Oh-Du-Magst-DelaDap!-Wie-Super;-)

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