zur Kur mit mir

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7. Januar 2015 von evakarel

OLYMPUS DIGITAL CAMERAStimmt, die Blogposts fallen gerade eher sporadisch aus. Das ist meiner aktuellen grundlegenden Unschlüssigkeit geschuldet – ich weiß nicht, wie ich hier weitermachen möchte.

Schau, der Plan vor zwei Jahren war ja folgender: Weil wir gar so eine happy-peppi unkonventionelle Kleinfamilie waren, die in einer WG wohnte und auf tradierte Rollenverteilung pfiff, schrieb ich grenzenlose Optimistin ein Buchmanuskript rund um unsere Elternschaft samt undogmatischer Rollenaufteilung im Kreise dieser WG. Dann habe ich diesen Blog ins Leben gerufen. Heast, hab ich gedacht: Das ist die Einseridee überhaupt. Jetzt blogg ich da fröhlich vor mich hin und irgendwann rennen mir dann die Verlage die Tür zwecks Buchpublikation ein, furiose gesellschaftliche Umbrüche tun sich auf, darüberhinaus selbstverständlich Drehbuch, Weltherrschaft, ich freu mich ja schon so. Dann wurde versehentlich auf Schleudergang gedrückt und  meine Familie ging baden. Aus Gründen, die ich hier nicht bespreche und auf die ich nicht vorbereitet war. Damit ist mir de facto der ursprüngliche Grund zu bloggen abhanden gekommen. Ich kann mich schließlich nicht hinstellen und sagen: Bitte gebt’s euch das, wie super das hinhaut! Oder zumindest: Bitte schaut’s her, wie mir Yoga und Schreiben den Arsch rettet! Was ich da schon wieder an Erkenntnissen hervorzauber! Was einen nicht umbringt, macht einen nur stärker!

Ich war ja fest entschlossen, hocherhobenen Hauptes in diese Alleinerziehungsgeschichte hineinzumarschieren. Immerhin mag ich es gern, mich als sensible (was stimmt), aber harte Sau (was nicht stimmt) zu inszenieren. Nun ist ein Jahr vergangen und ich muss sagen: Eh, so schöne Kinder. So erfolgreich im Job. Doch ich vermute, ich war ein kleines bisserl depressiv in letzter Zeit, denn ich schreibe kaum, male nicht und prokastinier einen ganzen Scheißhaufen zusammen, was meine Unilehrveranstaltungen anbetrifft.

So geht’s nicht weiter, also hab ich mir vor ein paar Stunden einen Flug nach Indien gebucht. Ich hab beschlossen, quasi zur Kur zu fahren. Yogaschülerin sein, statt unterrichten. Selber schreiben, statt übers Schreiben zu reden. Ansonsten werde ich ausschließlich stur geradeaus schauen und auf eine Eingebung warten. Wenn 2015 nicht besser wird, setzt’s was.

Wenigstens war Weihnachten ganz prächtig, danke der Nachfrage – vor allem aufgrund der Anwesenheit der schönen Schwester samt kinderliebem Anhang, dazu glückliches Huhn samt 5 Beilagen, 4-Komponenten-Dessert und brennendem Adventkranz – sehr zur Freude der feuerwehraffinen Söhnchen. Der Zweijährige hauchte von einem Bein aufs andere hopsend „tatütata“ und funkelte ausgiebig mit seinen blauen Augen, als ein Glas Wasser ins schmurgelnde Mini-Inferno gegossen wurde.

7 Kommentare zu “zur Kur mit mir

  1. Gute Reise, liebe Eva! Mögen Dir die Yoga-Göttinnen hold sein und die Schreiblust in Dir wieder wecken. Alles Liebe!!!

  2. Alles Gute und schön, dass Du Dich aus Deiner depressiven „Motivationslosigkeit“ hervor kämpfst 🙂
    Eine schöne und aufschlussreiche Reise!

  3. monni sagt:

    Deine Schreibe gefällt mir. Obwohl sie mir als Katze teilweise unflätig vorkommt. Wünsche Dir alles Gute in Indien. Monni

  4. angie sagt:

    Ich bin gerade aus Indien zurück (war das dritte Mal…) und kann es nur wärmstens empfehlen 🙂 Ich wünsch dir eine wundervolle Reise, viel Erholung, Erkenntnis, Inspiration und freu mich schon auf neue Blogposts (hoffentlich!) die mich immer wieder zum Tränen-lachen bringen! Alles Liebe!!

  5. TINE sagt:

    Kopf hoch!

    Ich häng‘ mIch an deine Fersen 🙂

  6. stilhaeschen sagt:

    Ich hab‘ ja immer noch diesen Spruch am Schrank (der einst in der Küche hing und jetzt über der Nähmaschine): Kopf hoch / Arm hoch / Glas leicht neigen

    In diesem Sinne: alles Gute. Ich lese so gern hier. Tät Dir den Bestseller beim Verlag aber auch gönnen. Aber bitte gedruckt!

  7. Gabi sagt:

    Ich freu mich jedes Mal, wenn du einen neuen Blogeintrag verfasst. Gerade weil nichts perfekt ist – bei heppi-deppi Vorzeigefamilien bin ich immer skeptisch. Ich würd mich freuen, wenn du weiter schreibst. Letztens hab ich eine nette Postkarte entdeckt: Hinfallen – Krone richten – weitergehen. In diesem Sinne alles Liebe und gute Reise!

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