wenn es regnet

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29. Juni 2014 von evakarel

kaugummiautomat 2Ich stapfe in der Mission Ribiselpflücken durch meinen elterlichen Garten. Es dämmert schon, ein Reh rümpft pikiert die Nase ob meines unangekündigten Erscheinens. „I bin do daham, Schatzi.“ informiere ich es zuvorkommend, bevor es auf Fluchtmodus umschaltet und Richtung Wald galoppiert. Ich zupfe bedächtig rote, schwarze und weiße Ribiseln von den Sträuchern, fälle ganze Zitronenmelissen- und Pfefferminzwälder, auf meiner Schulter vögeln zwei Fliegen.

Der Regen setzt erneut ein, tropft mir unermüdlich die pflückenden Hände nass. Ich gehe nicht rein, ich will hier in den Stauden bleiben, es riecht so gut.

Zum zweiten Mal werde ich heute nass. Vor ein paar Stunden standen wir zu viert am Flussufer. Die Söhnchen warfen Steine ins Wasser, die Wolken hingen schwer und grau über uns und platzten irgendwann. Wir sind einfach geblieben.

Ich war ein bisschen glücklich.

Ein Kommentar zu “wenn es regnet

  1. Markus sagt:

    Fast Zen, aber Fliegen sind eigentlich ornithophob.

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