Techniker, du Held

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24. März 2014 von evakarel

brüderHosanna, hosanna, die Kinder sind wieder beide im Kindergarten. Nix mehr mit „kutzkutz“ links, dann „kutzkutz“ rechts des nachts, Mutter hat ihre Kinder jetzt wieder sehr, sehr lieb.

Zwecks Amüsements während des Krankenlagers ließ ich übrigens endlich unseren maroden Geschirrspüler reparieren. Ich habe bei solchen Dingen ja einen astreinen Klescher. Wird etwas kaputt, winde ich mich wie ein Kaugummi herum, um keinen Reparaturdienst anrufen zu müssen. Ich mag nicht mit fremden Leuten telefonieren. Was weiß ich, sonst hebt womöglich wieder die Nachbarin ab, wie damals, als ich mich mit 5 Jahren erstmals am Festnetz verwählt hab und ich muss dann wieder zwei Stunden plärren, bis ich mich halbwegs rehabilitiert hab. Nein, ich rufe keinen Techniker, stattdessen rede ich mir ein, das Kaputtgehen des Geräts sei ein Wink des Schicksals. Zen und die Kunst des Tellerwaschens sage ich mir und tue sehr achtsam beim Waschen der Teller und Breilöffel und pickerten Gläser, während die Söhnchen an meinen Hosenbeinen zerren und ich KEINEN Techniker rufe. Geschlagene vier Wochen habe ich beim Tellerwaschen recht spirituell getan, bis ich das Graffl am liebsten beim Dachflächenfenster hinauskatapultiert hätte. Dann hab ich mir gut zugeredet, mir gesagt, schau her, Eva, jetzt hab dich nicht so. Jetzt tust nicht so deppert und nimmst das Telefon und niemand wird dich durch die Leitung ins Ohrwaschl beißen, gell? Außerdem is gar so fad da herinnen.

Was soll ich sagen? War gar nicht so schlimm, mit 31 entwickelt man ungeahnte Kompetenzen. Der Techniker marschierte an, die Söhnchen fühlten sich wie im Livekonzert. Während er das Gerät in seine Einzelteile zerlegt, applaudieren die Söhnchen trunken vor Begeisterung von ihren Logenplätzen aka Küchenarbeitsplatte aus. „Technika? Du hast aber sehr söne Srauvenzieher!!“ Der gute Herr zupft missbilligend Pickerl, einen Dattelkern sowie eine Handvoll Fädelperlen aus der Pumpe und mahnt mich streng zur Contenance, was das Befüllen des Geschirrspülers betrifft. Ich sage artig „Danke“, schiebe den Kindern die Schuld in die Schuhe und gelobe Besserung.

Jessas, jedenfalls funktioniert das Trum wieder!

Zwecks Genesungsbeschleunigung machten wir uns auf den Weg zur Homöopathin und der ist leider ein breiter. Im dritten Öffi reißt dem kleinen Söhnchen endgültig der Geduldsfaden. Böse schaut er das Briochekipferl in seiner Hand an, überlegt nicht lange und fetzt es mit Schmackes über seine Schulter. Es landet ebenso schwungvoll wie bröselnd auf dem Haupt einer ebenso betagten wie pelzbemäntelten Dame, ich sterbe fast. Meine Pläne, den kleinen Sohn noch vor der nächsten Haltestelle zur Adoption freizugeben werden nur vom großen Bruder durchkreuzt, der vor Lachen Krokodilstränen weint und den Kleinen herzt und küsst. Ich will also noch ein letztes Mal Gnade walten lassen.

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