Für Spritzer-Standln auf Spielplätzen. Ein Pamphlet.

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14. März 2014 von evakarel

tonne 2Es ist so: Den Winter haben wir irgendwie ganz gut überstanden. Unsere Immunsysteme scheinen sich gedacht haben: Ois kloa, oaschkalt, wir pulvern mal auf Volldampf. Jetzt hingegen haben die Immunsysteme dieser Familie beschlossen: Warm is! Wiederschaun!

Und so schnäuze ich im Minutentakt Kleinkindernasen, klopfe hustende kleine Rücken und wische infernal tränende kleine Augen trocken, streichle fiebernde Köpfchen und natürlich gehts der Mutter gehörig am Arsch zart auf den Senkel. Zum Glück legt der Vierjährige Shantel auf und schmettert inbrünstig „Disco Parmesani“ im Endlosloop, während er dazu durchs Wohnzimmer hoppelt und zieht sich unverzüglich meine Verliebtheit zu.

Schließlich haben sie sich gedacht: Was spräche eigentlich gegen abwechseln? So hat jeder mal die gute Mutter ein paar Vormittage für sich allein. Schlau. Und so habe ich während der ersten Wochenhälfte den Vierjährigen fiebernd auf mir schlafen lassen, während sein kleiner Bruder topfit in die Krippe marschierte. Mitte der Woche dann fliegender Wechsel und heute: Ja heute, da sind wir alle drei marod, helau. Ich tue mich als veritable Heldin hervor, indem ich nur leise mit den Zähnen knirsche und heimlich die Maoam-Vorräte der Kinder plündere, statt mit meinem Kopf rhythmisch gegen die Wand zu pumpern, wenn die fünfte Runde Buchi-Vorlesen mit parallelem Baby-Puzzeln ansteht (rechte Hand Buch & Vierjähriger, linke Hand Puzzle & 1,5-Jähriger), um die Bedürfnisse beider Lazarettinsassen zu bedienen. Vielleicht bringt dieses Yoga ja wirklich was.

Suboptimal wirkt sich das natürlich auf’s Arbeiten aus, das ich dann in Nachtschichten erledige, bevor die geschätzte Brut um 5:45 Tagwache hält, aber man will ja nicht undankbar sein. Von mir aus kanns jetzt durchaus Frühling werden und bleiben und dann gedenke ich, für das eine oder andere Spritzerstandl auf Spielplätzen zu plädieren, weil wenn das keine Marktnische wär, dann weiß ichs auch nicht. Immerhin verbringen wir Großstadteltern auf besagten Spielplätzen ja genug Zeit und ohnehin wird der Alkohol- und Kaffeebedarf von Kleinkindeltern meiner Ansicht nach ja grob unterschätzt. Dem sollte schleunigst Abhilfe geschaffen werden. Weil bitte: Da rennen die herzallerliebsten Kinder in verschiedene Richtungen davon, kaum ist der eine froh, prackts den anderen schirch hin, kaum war einer Lulu hat der andere Hunger. Mir taterts durchaus taugen, dabei zuweilen ein Glaserl zu schlürfen.

Selbstverständlich habe ich so etwas nie gesagt, gedacht oder gemeint und werde im Falle einer Nachfrage tunlichst das Gegenteil behaupten :).

4 Kommentare zu “Für Spritzer-Standln auf Spielplätzen. Ein Pamphlet.

  1. Falls du eine Petition einreichen willst, ich würd unterschreiben ^^ so ein Sommerspritzer macht vieles so viel gelassener 🙂

  2. stilhaeschen sagt:

    Erstaunlich, daß mir eine offenbar alkoholische Spezialität unbekannt ist! Das muss schleunigst anders werden, ich schließe mich der Petition grenzüberschreitend an. Währenddessen hoffe ich, daß die Gastro-Bagage, die hier angeblich einen Kiosk am neuen Stadtteilspielplatz (der auch noch nicht offen hat) eröffnen will, das a) auch rechtzeitig schafft und b) Bier verkauft. Und wo wir schon bei guten Wünschen sind: gute Besserung mitnand und weiter Kopf hoch!

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