Geschwisterwahnsinn

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2. Januar 2014 von evakarel

bademaus

Der Einjährige brüllt sich zahnungsbedingt im Bett neben mir die Seele aus dem Leib. Der Vierjährige kraxelt zu ihm und verteilt 117 Küsse auf dem brüderlichen Babymund. „Raus mit euch, Zähne! Nicht weinen, bald ist’s wieder gut. Ich geb dir ein Bussi drauf, schau. Mama? Mamamama? Ich glaub, der braucht Globuli. Nicht weinen, Süßi. Mama? Der ist mein Süßi.“

Kurze Zeit später großes Gezeter im Wohnzimmer. Der Einjährige hat wieder einmal gründlich durch des Bruders Duplotürme marodiert, der Vierjährige trommelt daher rhythmisch auf des Einjährigen Schädel ein. „Ich bin viel s-tärker als du!! Und ich hab viel mehr Zähne. Ich BEISS dich!!!!“ Der Kleine, nicht feig, steht auf, eiert aufmüpfig vor dem Vierjährigen herum, zieht ihm ordentlich eins über die Rübe und schimpft dabei in schönstem Babysprech: „Mamamamama, nein, nein, nein! Nein! Babababa, nein!!“, während er gekonnt finster schaut.

Verfrachte den Vierjährigen samt Duplo in ein anderes Zimmer, um die Fronten zu klären. Selbstverständlich ist der Kleine not amused und steht heulend an der Türe, tritt wütend dagegen und bittet mit beiden Fäusten trommelnd um Einlass. Der Vierjährige hat auf Durchzug geschaltet und nimmt ihn gar nicht wahr. Er ist gedanklich schon wieder bei Weihnachten. „MAMA?!?“ schallt es durch die geschlossene Tür. „Hat das Christkind im Himmel ein Klo??“

Kurze Zeit darauf liegen die beiden verknotet auf der Couch, der Vierjährige schnuppert an des Einjährigen Schädel, seufzt schmachtend und informiert ihn, sein Haupthaar sei ein olfaktorischer Hauptgewinn. (Alle, die schon mal an so einem Babyhinterkopf geschnuppert haben, werden ihm uneingeschränkt zustimmen.) Der Einjährige prackt ihm zum Dank eine auf die Wange, da der große Bruder aber gerade wohlwollend gestimmt ist, interpretiert er dies als Streicheln.

Als wir am Nachmittag vom Pezzlpark zurückkommen, befinden sich beide Söhnchen in einer Komplett-Panier aus Sand, die ich per Vollbad zu entfernen entschlossen bin. Drehe den Wasserhahn auf, da läutet das Telefon. Als ich wiederkehre, hat der Einjährige drei Paar Winterschuhe in der Badewanne versenkt, gepriesen sei der Herr.

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