Bettgeflüster

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9. Dezember 2013 von evakarel

morgenrotDer Vierjährige verhustet die Nacht im 3-Minutentakt, bereits um 23 Uhr erklären sie das Projekt „wir schlafen im neuen Kinderzimmer“ für beendet. Die kleine Karawane tapst ins Schlafzimmer und schon habe ich wie eh und je das kleine Häufchen unterm rechten Flügel, das größere Kerlchen unterm linken Flügel und befinde mich zurück im Kuschelschwitzkasten.  Drei Mal stehe ich auf, um Hustensaft, Globuli und Zwiebelwickel zu materialisieren, um 4:30 mündet die Husterei in einem derartigen Hustenkrampf, dass der Vierjährige seinen neben ihm liegenden kleinen Bruder vollkotzt, was dieser nur so durchschnittlich zu goutieren weiß. Verdutzt hält der Große kurz inne, wechselt die Richtung und speibt auch noch das Bett voll. Der zart hysterisch von mir untergehaltene Kübel wird der Höflichkeit halber auch noch befüllt. Ich habe ca 3,5h geschlafen und bin allein mit den Kindern. Draußen ist es zappenduster und ich erinnere mich dunkel, dass ich schon mal bessere Zeiten hatte. Meine kurze Unaufmerksamkeit rächt sich in der Sekunde: Sofort leert der Einjährige den Kotzekübel überm Schlafzimmerboden aus.

Das Glas ist halb voll, das verdammte Glas ist halb voll!!! Eva!!

Der blöde Kotzekübel ist leer, der blöde Kotzekübel ist leer, du nervige Optimistin.

Eine Stunde später taucht sattes Morgenrot unsere Wohnung in rosa-oranges Licht und ich schließe kurz die Augen vor Dankbarkeit.

kinderzimmerVielleicht ist das Glas doch halb voll. Das neue Kinderzimmer ist zumindest für die Hälfte der Nacht voll. Seit zwei Wochen haben die Kinder endlich ein eigenes Zimmer. Und das ist gut, denn Familienbett in allen Ehren: doch so ein bisschen Platz zum Schlafen ist auch nicht verkehrt. Mein Vater montiert Regale und den roten Garderobenbaum, der schon in meinem Kinderzimmer hing und kürzlich vom Dachboden entstaubt wurde. Der Vierjährige wünscht sich eine Pflanze, ich schenke ihm ein langhaxiges Ungetüm, das ich überm Bett an der Dachfensterleiste befestige. Beim Einschlafen murmelt das Söhnchen verträumt: „Ich habe einen Wald, Mama! Danke für den Wald!“ Ich küsse seine neuerdings kurzen Locken und liebe ihn sehr.

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