Adieu, Sommerpause!

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29. August 2013 von evakarel

yoga2Adieu, Sommerpause! Ab nächster Woche starten meine Yogakurse und ich darf endlich wieder zweimal die Woche abends ins Yogastudio radeln. Klingt romantisch und ist es auch. Warum?

Weil ich vor 4 Jahren die jährliche Yoga-Sommerpause eingeführt habe. Ich spiele Schulferien, jeden Sommer. Ich arbeite (fast) nix, halte nur eine Handvoll Wochenendworkshops und beantworte ein paar Emails. Ich raste mich aus, ich versuche, Distanz zur Routine zu bekommen und mir Neues auszudenken. Ich warte, bis ich wieder gern arbeite. Das kann ich aufgrund meiner selbständigen Arbeit schließlich tun, meine Diskussionspartner sind hierbei lediglich Mister Existenzangst und Fräulein Darfmandas?!, die immer so pikiert die Lippen kräuselt.

Bzgl. Existenzangst: Auch wenn uns ständig vorgebetet wird, tagein, tagaus profitabel und fleißig sein zu müssen, Einkommen so etwas wie Schmerzensgeld für’s Arbeiten sei… Aus meiner Erfahrung heraus muss ich sagen: Das ist schlichtweg Nonsens. Ich kippe zwar ständig in dieses Fahrwasser hinein und versuche, mich zu mehr Produktivität anzutreiben (Der Blogtext war lustig! Der nächste wird LUSTIGER! Der Workshop war erfolgreich, warum tüftle ich nicht sieben Neue aus?), erfahrungsgemäß geht mir dabei aber zügig der Saft aus.

Was wirklich funktioniert – uns ihr dürft mich jetzt dann gern ein esoterisch angehauchtes Pflänzchen heißen: Wenn ich meiner Begeisterung nachgehe. Ja, ich muss Miete, Essen, Kinderkleidung, Öffitickets, Windeln bezahlen. Doch jenseits von Existenzängsten und Profitdenken: Was zum Geier mach ich GERN? Was würde mich grad freuen? Welches meiner Standbeine möchte gern aktiviert werden? Es ist ja so, dass ich sowohl Yoga, als auch Schreiben unterrichte und dann male ich so nebenbei ja auch. Und es ist so, dass niemals alle drei Standbeine parallel florieren, weil das ja Fokus braucht. Mindestens eines der Standbeine mimt verstauchten Knöchel, bevor sie wieder switchen. Es macht mich zuweilen wahnsinnig, zuzusehen, wie der Yogakurs plötzlich wieder schlechter besucht ist (selbstverständlich liegt es daran, dass mich keiner mehr mag und jetzt alles im Arsch ist). Einen Sommer lang platzt das Frei Geschrieben-Seminar aus allen Nähten, während es im nächsten Sommer vor sich hintümpelt. Dafür hab ich diesen Sommer ein großartiges Yoga-Sommerseminar gehalten und eine Atelier-Vernissage vorbereitet. Es geht wellenförmig dahin und dabei sind die Zügel nicht in meiner Hand. Wenn ich mitgehe, mich reinfallen lasse, läuft es.

Ich habe mich ausgerastet, jetzt will ich loslegen. Kindergarten und Krippe gehen demnächst los, ich kann es kaum erwarten, wieder produktiv zu sein!

Wie ist das bei euch so?

2 Kommentare zu “Adieu, Sommerpause!

  1. letterlady sagt:

    Ich wünsch dir einen guten Start in einen produktiven Herbst und freu mich, dass es dir gut geht mit dem Weg, den du gewählt hast! Inhaltlich stimme ich dir in allen angeführten Punkten zu (ja, man ist am besten in den Dingen, die man gern macht und es wäre am besten und schönsten, wenn man sich darauf konzentrieren würde), denke aber schon, dass man über das Thema Selbständigkeit intensiver diskutieren könnte, dass es Aspekte gibt, die in deinem Beitrag nicht angesprochen werden – es gehört viel Mut dazu, diesen Weg der Unabhängigkeit von einem Anstellungsverhältnis zu gehen, aber auch ein Umfeld, eine Familie, ein Partner/eine Partnerin, die das mitträgt, auch mittragen KANN. In manchen Fällen sind Existenzängste ja nicht einfach ein sich immer wieder anschleichendes Schreckgespenst, das man problemlos wegscheuchen kann, sondern durchaus begründet und nicht nur Ängste, sondern tatsächliche Bedrohung. Du bist in dem, was du tust, wirklich toll, das passt einfach, und es sind zum Glück Dinge, an denen andere Menschen Interesse haben – aber wenn man jetzt nicht unbedingt eine Fähigkeit hat, die man in irgendeiner Form anbieten kann (denn auch Selbständigsein funktioniert, wenn wir ehrlich sind, nur, wenn man etwas „zu verkaufen“ hat, was auch immer das dann sein mag), dann nützt es eigentlich gar nichts, wenn man gerne selbständig sein möchte. Ich weiß, dass du das mit deinem Post nicht gesagt hast, aber ich habe bei diesem Thema immer ein wenig das Gefühl, mich wehren zu müssen, gegen das Bild, dass die Menschen, die (noch) als Angestellte arbeiten, manchmal auch unterbezahlt und überstundenreich und nicht immer in dem Job oder an dem Ort, an dem sie eigentlich gerne wären, grundsätzlich zu bedauern sind, weil sie nicht „richtig“ leben und es einfach noch nicht geschnallt haben, worauf es eigentlich ankommt. Manchmal weiß man’s, und es geht aus verschiedenen Gründen trotzdem nicht, die Erkenntnis zu leben. (Ja, du hast einen wunden Punkt getroffen und ich bin natürlich ein bissl neidisch, weil ich überhaupt nicht ausgerastet bin und jetzt ins Büro muss und von Inspiration und Motivation keine Rede sein kann, aber das hab ich mir ja auch selbst ausgesucht. Und ich bin übrigens ich, auch mit anderem Namen. Und nach Wien komm ich auch bald und dann können wir vortrefflich von Angesicht zu Angesicht darüber diskutieren und ich lass mich dann von dir überzeugen und hau den Hut drauf ;-)). Umarmung und besos an alle, R.

  2. evakarel sagt:

    liebste letterlady 🙂

    zum Thema selbständigkeit gäbs noch 123.000 weitere Artikel zu verfassen, keine Frage! Ja, natürlich muss das Umfeld passen. Aber mein Partner könnte mich finanziell definitiv NICHT mittragen, seine Unterstützung betrifft halt die Kinderbetreuung. Und momentan hab ich 8€ am Konto und soeben mein Sparbuch angezapft, um meine SVA-Beiträge zu bezahlen. Ich mach mich nur nimmer wahnsinnig deswegen. Nächste Woche kommt wieder ein Schwung Yogakurs-Einnahmen daher, mit denen muss ich dann 4 Monate haushalten.

    Ein Anstellungsverhältnis täuscht Sicherheit doch auch nur vor. Jeden Job kann man schnell wieder los sein! Ob man von irgendeiner Pension irgendwann mal irgendwas sehen wird, steht völlig in den Sternen, also lasse ich mich auch davon nicht wahnsinnig machen! Ich weigere mich, das (für mich) gute Leben auf irgendwann später zu verschieben. Was soll schon passieren? Haben wir eben zwischendurch kein Geld, vielleicht geht auch alles baden – macht doch nichts! Brauchen wir ständig den selben Lebensstandard? Nein.
    Dann machen wir eben etwas Neues. Und ich sage nicht, dass alle so leben sollen, aber ICH möchte so leben! Da geht’s nicht um Anstellung oder selbständig, schwarz oder weiß, sondern darum, wie gern man was tut. Und es gibt auch sämtliche Hybridformen: Ein bisschen angestellt, ein bisschen selbständig, Also einen kleinen Job zum Decken der Fixkosten (und mir wär egal, wie qualifiziert der Job wär) und ansonsten an dem tüfteln, an dem man tüfteln möchte. Oder einfach mit den Kindern in der Sandkiste hocken und Kuchen backen, Freunde treffen, LEBEN, halt!

    Jedenfalls versuch ich lieber, wenig zu brauchen, unsere Ausgaben niedrig zu halten und dafür zu tun und zu lassen, was mir passt.
    besos, und ich hoff, du kommst zur Vernissage!

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