Das Krabbeln und die Eifersucht

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31. Juli 2013 von evakarel

SandkisteDer Urlaubssand rieselt mir noch aus den Schlapfen, während in mir diese Erkenntnis reift. Das dürfte es dann also gewesen sein, ich meine: das mit der Idylle.

Zwei Wochen waren wir mal mehr, mal weniger erfolgreich campen. Der Babysohn hat von früh bis spät geübt, krabbelt nun wie ein flinkes Wiesel und wechselt nur bei knieunfreundlichem Untergrund zum Gollum-Stil aka auf Händen und Fußsohlen krabbeln. Neuerdings zieht er sich überall hoch, streckt die Knie resolut gerade und fegt dann sämtliche in Reichweite befindlichen Utensilien zu Boden. Zimmerpflanzen, Stereoanlage, Küchenkästen, alles ist ihm kläglich schutzlos ausgeliefert, ich finde das äußerst putzig, NOT.

Sollte er sich zu ähnlicher Ausräum-Ausdauer aufschwingen, wie sein Bruder in dieser Phase, werden wir unseren guten, alten Wohnzimmerzaun vom Dachboden holen. Besagter Wohnzimmerzaun verlief quer durch besagtes Zimmer und diente dazu, das Kleinkind aus- statt einzusperren. Hinter dem Zaum war Krabbelkindsperrgebiet, hier lebten volle Kaffeehäferl, Computer, Malzeugs und Eddingstifte in trauter Eintracht miteinander. Das Kleinkind rüttelte hie und da missmutig maulend am Zaun, fügte sich jedoch erstaunlich schnell seinem Schicksal. Wir entgingen so manchem „Nein“-bedingten Tobsuchtsanfall, weil die verbotenen Dinge einfach versteckt waren.

Valentin stehtNun steht der Babybruder also in der Gegend herum, der Dreijährige ist nicht begeistert. Der Kleine wird nun gerne im Vorbeigehen umgeworfen oder ‚versehentlich‘ derartig zerkuschelt, bis dieser Zeter und Mordio schreit. Halleluja. Wie ihr euch denken könnt, begegne ich derlei Unstimmigkeiten mit dem mir innewohnenden yogischen Gleichmut, NOT.

Er ist mein Baby, verdammt. Natürlich beschütze ich ihn.

Ich fühle mich wie ein Druckkochtopf, dem hin und wieder der Deckel hochgeht. Ja, ich verstehe seine Eifersucht. Der Kleine wird größer, gut, ich verstehe. Aber ich verstehe MICH auch.

Mein Notizbuch ist voll mit handschriftlichen Urlaubssituationsskizzen. Wann werd ich all das zu Artikeln verarbeiten? Schalten Sie auch nächstes Mal wieder ein, wenn ich euch die frohe Kunde grundgrenzenfeilschender italienischer Opas am Campingplatz überbringe.

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