To-Do-Listen am Handrücken

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11. Juni 2013 von evakarel

Foto: Nichtlustig.de

Foto: Nichtlustig.de

So. Vier Stunden und zwei Achtel Rioja später ist auch meine Homepage wieder up to date. Ich sitze zwischen Laptop, Notizbuch und Kalender auf einem winzigen Cafétisch im nicht so schönen Segafredo ums Eck und arbeite meine elendslangen To-Do-Listen ab.

Kinderkinder, was sich da immer ansammelt! Da beginnen sich die handschriftlichen Notizen im Kalender, dem Notizbuch und auf meinem Handrücken zu stapeln und ich merk, wie mich die Unordnung immer unrunder macht. Chaos finde ich prinzipiell ja zu befürworten, allerdings immer nur als Übergangsphase. Ist beim Malen ja auch so. Eine ordentliche Sauerei fabrizieren, sich ganz wunderbar hineinsteigern, alles wild verwüsten und dann? Ja dann irgendwann wieder Ordnung machen, sonst stellt sich die Kreativität nämlich nimmer ein. Das ist wirklich ein verflixter Mechanismus, ich mag ihn nicht, doch das stört ihn nicht.

Wenn mein Hirn damit beschäftigt ist, neunzehn Kleinigkeiten in Evidenz zu halten, die erledigt werden wollen, schwingt es sich nicht in kreative Höhen auf, sondern legt sich statt dessen vor den Fernseher, bettet eine Tafel Schokolade auf den Wanst und tut ganz scheinheilig, als wär nix.

„E. anrufen und bzgl. Seminarraummiete fragen.“

„Mutterkindpasskontrolltermin vereinbaren“

„Wetterbericht fürs Outdooryoga checken“

„Frei Geschrieben-Sommerkurs Ankündigung ausschicken‘

Sogar derart grausliche Dinge wie „Steuererklärung einreichen“ finden sich. Ich mache Listen, weil ich  meine arbeitsrelevanten Dinge neben Kindern & Co anonsten nicht in Evidenz halten kann.

Listen bewähren sich, denn sobald sie mich genug nerven und sich ein Zeitfenster auftut, arbeite ich sie auch ab. Und sobald ich dran bin, komme ich auch in Schwung, habe Ideen und will gar nicht aufhören. Fakt ist: Will ich weiterhin selbständig arbeiten, muss ich mich selbst sehr gut kennen und mich so durch den Alltag manövrieren, dass es mir möglichst gut dabei geht – denn nur dann hab ich gute Ideen, nur dann bin ich produktiv, nur dann hab ich Inspirierendes in den Yogastunden zu erzählen. – Ein ziemlich genialer Nebeneffekt an der Selbständigkeit. Sie steht und fällt mit meinem guten Umgang mit mir selbst. Ich halte ja grundsätzlich gar nichts davon, sich durch die Arbeit durchzupeitschen. Nein, ich weiß, wie grenzenlos produktiv ich bin, wenn ich mich hauptsächlich auf’s Leben konzentriere statt auf Profitmaximierung.

Es läuft tatsächlich ein bisschen wie von selbst dadurch.

Schön.

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