Wer sind sie?!?

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20. Mai 2013 von evakarel

when life getsMeine Laune war heute zum Grausen. Von dem Moment an, als mich die zwei Goldkinder morgens viel zu früh aufweckten. Ich wollte heute einfach nicht. NIX wollte ich. Nichtsdestotrotz packten wir wie am Vorabend vereinbart unsere Taschen, stiegen ins geliehene Auto und fuhren fischen. Ich! und fischen! Der Babysohn raunzte mir die Ohren Gott weiß warum voll, der Dreijährige haute entweder ab, oder haute andere Kinder. Mein einziges Bedürfnis war, alle gesammelt auf den Mond zu schießen. Ich würde dann in seliger Ruhe auf meiner Bank sitzen, in meinem eigenen Sud dünsten, ungestört mit den Zähnen knirschen und kinderlose Paare beneiden.

Ich sabotierte also versiert wie eine Dreijährige den Familienausflug, in dem ich trotzig herumschnauzte, statt normal zu kommunizieren. Kennt ihr das? Manchmal kann man einfach nicht aus seiner Haut. Irgendwie hab ich schon gemerkt, ich verhalte mich nicht 100%ig erwachsen, ändern konnte ich es in der Situation trotzdem nicht.

Der Mann an meiner Seite lieferte seine ganz persönliche Glanzleistung ab. Er ließ mich nämlich in Ruhe. Statt mit mir zu diskutierten kümmerte er sich kommentarlos um die Söhnchen, ließ mich vor mich hinschimpfen, böse auf den Teich starren, geschlagene fünf Stunden lang. Er fischte vier Forellen, erklärte sämtlichen anwesenden Kindern, wie das alles funktioniert und band sich den raunzenden Babysohn um, damit ich ungestört böse sein konnte.

Kaum zuhause angekommen sprang ich in die Laufschuhe und rannte auf den nächstbesten Berg. Berglaufen ist überhaupt DAS Mittel, um sich ordentlich auszuspinnen. Ich pflüge grimmig dreinschauend hinauf. Nach einem Drittel des Weges beginnt sich mein Hirn plötzlich zu entspannen, ich hopple fröhlich bergauf und kurz bevor ich anstrengungsbedingt wieder grantig zu werden drohe, gehts nur noch bergab, was meinen Schweinehunden sehr entgegenkommt.

Wieder zuhause schüttet der Dreijährige zum vierten Mal sein Wasserglas um, ich schnappe die nächstgelegene Spuckwindel und flöte irgendwas von wegen „Ist ja nicht schlimm!“. Der Mann an meiner Seite klappt theatralisch sein Unterkiefer nach unten und kreischt: „Wer sind sie?! Und was haben sie mit meiner Freundin gemacht?!“

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