Erbauliche Flohmarktbesuche mit Kleinkindern, NOT.

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11. Mai 2013 von evakarel

hundGeboren aus diesem grenzwertigen Mix aus Optimismus und Naivität, der mich halt so ausmacht, bin ich heute mit beiden Söhnchen beim Happy Shit Shopping Fleamarket eingefallen. Eine überaus blöde Idee. Was habe ich mir denn vorgestellt? Dass der Dreijährige geduldig durch die vollgepackten Räume flaniert, ohne Zeug zu werfen und sämtlichen Schmuck zu probieren? Dass der Babysohn sich in der Manduca sitzend schwitzend von seiner kooperativen Seite zeigen würde? Köstlich!

Da ich mir aber wirklich sehr unbedingt eines dieser überaus hübschen Kettchen von Luftkuss besorgen musste, habe ich mich und die Brut zusammengepackt und bin durch den strömenden Regen hinmarschiert. Und das will etwas heißen, denn ich? Ich trage genau NIE Schmuck. Nur den finde ich halt einfach so wunderschön.

Happy Shit Shopping bummvoll, die Motivation der Söhnchen der meinigen leider diametral entgegengesetzt. Um es mal vorsichtig auszudrücken. Jedenfalls hatte ich innerhalb kürzester Zeit nicht nur den Babysohn umgebunden, sondern auch noch den Dreijährigen auf den Schultern, links den Schirm und rechts die Tasche, während wir uns durchs Gewusel manövrierten, um eines dieser Kettchen habhaft zu werden. (Was uns immerhin gelungen ist.)

luftkussSchweißgebadet nehmen wir das Objekt der Begierde entgegen und wollen so schnell wie möglich wieder das Weite suchen. Der Dreijährige findet es auf meinen Schultern sehr erbaulich und ist keineswegs gewillt, diese wieder zu verlassen. Ich spanne also den Schirm über unserem Menschenturm auf und taumle die Burggasse in Richtung 13A-Linie hinunter. Es regnet in Strömen, der Babysohn entwickelt schlechte Laune. Taumle schneller. Der Bus fährt uns vor der Nase weg. Der Dreijährige hat Hunger, ich gebe ihm zur Überbrückung den Schlecker, den er beim Kettchenerwerb augenklimpernd abgestaubt hat. Der Babysohn bekundet seinen Unmut zusehends lauter, ich tanze an der Bushaltestelle auf und ab. Nun reicht es ihm aber, der Babysohn blickt vorwurfsvoll zu mir hoch und reißt mit einem resoluten Zupfen die neue Kette ab. Von meinem Schrei erschrocken klebt mir der Dreijährige seinen Schlecker ins Haar.

Abendessen. Das Baby kräht in den höchsten Tönen, haut kräftig auf meinen Teller ein, als wäre es dieses Krokodil und klaut wahllos Essensbestandteile. Der große Bruder findet dies überaus erfreulich und feuert ihn tatkräftig an. Zum Dank für seinen Applaus klebt ihm das Baby ein patziges, warmes, weil weichgelutschtes Stück Gurke ins rechte Ohr, er fällt darob vor Lachen vom Sessel.

Ah, es scheint gemütlich zu werden, also repariere ich das Kettchen. Sohn 1 möchte es unbedingt kurz haben und schwört, „ganz, ganz vorsichtig zu sein“. Zwei Minuten später ist es wieder abgerissen.

Ein gelungener Tag, darf ich bitte morgen wieder auf den Flohmarkt gehen? Und nehmen wir dann gleich noch ein paar Freunde der Söhnchen mit, ja bitte? Und dann trag ich alle stapelweise heim, jawohl.

Seit Neuestem haben wir Internet in der neuen Wohnung, ich gedenke daher wieder öfter zu bloggen, übrigens!

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