Falschparken für Anfänger

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26. März 2013 von evakarel

TaschentuchHallo? Jaja, hier Lazarett Karel, ganz recht. Oh ja, wir leben noch, danke der Nachfrage! Allerdings können wir grad nicht zur Tür gehen. Das liegt am abartigen Aufkommen zerknüllter Taschentücher, die uns flächendeckend knöcheltief eingeschlossen haben. Auch liefe man Gefahr, am Weg zur Tür diverse Salbentiegelchen, Teehäferl und dergleichen mehr umzustoßen, versehentlich in Brust-Zwiebelwickel von gestern zu latschen, auf Globuli-Kügelchen auszurutschen und dabei Kopf voran in einem Essig-Patscherl zu landen. Bleiben folglich auf der Couch.

Was haben wir für ein astreines Wochenende hinter uns! Abgesehen von diesen zum Himmel schreienden Minusgraden inklusive Schneefall Ende März (wtf!?) ist auch noch das Baby krank. Wenigstens ist es endlich auf meinem Schoß eingeschlafen. Sohn 1 -auch kränkelnd, doch leider voller Tatendrang, versucht etwas Leben in die Bude zu bringen. Er stürmt ins Wohnzimmer und nimmt die Szenerie kurz in Augenschein. Nach kurzer Überlegung macht er kehrt, um die Wohnzimmertür schwungvoll zuzuknallen und gibt sein obligates: „KI! KE! RI! KI!!“ zum Besten. Dann räuspert er sich zufrieden, legt die kleine Stirn in Falten und säuselt treuherzig: „Hab ich ihn aufgeweckt?“

Goldig.

Heute Morgen um 4:30 sprengt der Babysohn seine Windel und erklärt die Nachtruhe hiermit für beendet. Bemühe mich redlich, ihn umzustimmen, leider bleibt er eisern. Um halb 6 erbarmt sich der Kindsvater und steht tatsächlich mit beiden Rüben auf. Um 8 tappe auch ich aus dem Schlafzimmer. Der Dreijährige flitzt auf seinem Bobbycar herum und spielt „Falschparken“. In unserem Bezirk ist nämlich seit neuestem Parkpickerlpflicht. Die Parksherrifdichte hat seither deutlich zugenommen, Sohn 1 ist äußerst fasziniert.

„Hallo, Herr Polizistkontrolle!“ ruft er mir erfreut entgegen. „I hob so wieda foisparkt! Kau i bitte an S-Trofzettl hom?“ (= Ich habe schon wieder falsch geparkt! Würden Sie mir freundlicherweise einen Strafzettel aushändigen?)

Schlaftrunken stelle ich einen imaginären Strafzettel aus und kassiere einen imaginären 50€-Schein. Sohn 1 ist sehr zufrieden. „Danke, Herr Polizistkontrolle! Deaf i zu dir Hoppa?“ (Verbindlichsten Dank, Frau Polizeiwachtmeisterin! Würden Sie so freundlich sein, mich auf den Schoß zu nehmen?)

Diese Vorstellung von der österreichischen Exekutive gefällt mir außerordentlich. Wenn ich das nächste Mal kontrolliert werde, habe ich fix vor, selbiges zu fragen.

3 Kommentare zu “Falschparken für Anfänger

  1. hexenkind sagt:

    :-))) Ich winke euch solidarisch mit einem zerknüllten Taschentuch zu.

  2. […] herbei, im Ohr trägt er ein Hirsebällchen spazieren. Spitze, wir erklären also wieder mal das Lazarett für […]

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