ach wie schön ist die Mutterschaft

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15. März 2013 von evakarel

babyfüßeDer Himmel haut wütend Schnee auf Wien herunter, wir sitzen verdrießlich um den Küchentisch, essen Honigbrote und singen „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ zum Frühstück.

Der Babysohn ist nun knapp fünf Monate alt und langsam entwickelt es sich zum Spießrutenlauf, Nischen mit Zeit für mich zu ergattern. Er schläft schon seltener, kürzer und ist auch insgesamt viel begieriger nach Bespaßung und Aufmerksamkeit. Ich habe mir geschworen, mir diesmal in der Babyzeit nicht den Humor abkaufen zu lassen. Als Sohn 1 ein Zwergi war, haben wir viel Zeit damit verbracht, gegeneinander aufzurechnen. Sind die Aufgaben gerecht verteilt? Wie verflixt anstrengend ist dieses Bootcamp überhaupt hier und wo ist all die Freiheit hin? Das wollten wir diesmal nicht, schließlich haben wir uns das mit dem zweiten Kind sehr gut überlegt. Wir wollten diesen Wahnsinn noch einmal. Diesmaliges Motto daher: Machen, statt zu raunzen. (aber: alle beide machen, soviel steht fest!) Klare Ansagen, was man vom anderen einfordert, statt still zu hadern.

Ich finde, wir schlagen uns gar nicht schlecht, aber warum müssen sich die Extreme ständig die Hand geben? Da bin ich müde, dass ich heulen könnte und im nächsten Moment strahlt mich das Schlafraubtier dermaßen entzückend an und ich könnte mich vor Liebe einwickeln und sanft Richtung Wolke sieben entschweben!

Wir befinden uns live in der 24-Stunden-Phase. 24-Stunden-Betreuung, rund um die Uhr. Ich weiß, es wird besser und ich klammere mich an Strohhalme. „Er hat nur jetzt diese unglaublich herzigen winzigen Füße, Eva!“ ermahne ich mich eindringlich, wenn ich mir zu wünschen beginne, er möge doch schon ein bissl größer sein. Eh!! Ganz wunderbar ist er, aber diese blöde Zahnerei könnten wir gerne überspringen. Unlustig, so ein dauerquengeliges Baby, das sich nicht ablegen lässt und auch in getragenem Zustand missmutig vor sich hinraunzt.

Wenn das Baby hingegen zufrieden ist, will der Dreijährige was. Heute Nacht fand er sich um vier Uhr früh im elterlichen Hochbett ein und erkundigte sich interessiert, ob „wir eigentlich etwas zum Schmausen hier heroben hätten“. Nein, haben wir nicht, GottverdammteScheißenocheinmal.

Heute habe ich meinen ersten Workshop seit der Geburt von Sohn 2 an der Uni gehalten und es war ganz großartig. Ich mache diese Arbeit einfach so gern! Da sitzen all diese unglücklichen DiplomandInnen vor mir, kein Plan, was tun, wo anfangen etc. Ich marschiere herein, erzähle ihnen davon, wie zach es mir selbst gegangen ist, erzähle ihnen etwas von Freewriting, Schreiben im Tandem, Clustering, tröste und spreche Mut zu und am Ende ist der ganze Seminarraum voller entspannter Gesichter. Funktioniert jedes Mal. Erstaunlich.

Dann schwinge ich mich auf mein Rad und flitze heim zu den Söhnchen, damit der Kindsvater sich seinerseits aufs Rad schwingen und seine Bauphysik-Prüfung machen kann.

Puh. Alles wird gut.

Ein Kommentar zu “ach wie schön ist die Mutterschaft

  1. Dank meiner Blogstatistik entdecke ich immer wieder neue Blogs. Prima!

    Und das Wort „schmausen“ habe ich schon ewig nicht mehr gehört 😉

    Viele Grüße vom Norden in den Süden!

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