Zeit ist ja relativ.

1

7. März 2013 von evakarel

krampusSpitzenstimmung und Entspanntheit, immer und überall, wo wir uns aufhalten. Ehrlich.

Zeit ist ja relativ. Zeitempfinden und Pünktlichkeitsbedürfnis des Kindsvaters und meiner Wenigkeit sind einander diametral entgegengesetzt, um es mal vorsichtig auszudrücken.  Zum Glück ist man wie üblich hauptberuflich Vorzeigeyogini, der Haussegen könnte ansonsten zum Kippen neigen.

Heute Morgen, 8:45. Der Dreijährige muss in fünf Minuten Richtung Kindergarten gebracht werden und ich muss zur Uni. Das Baby beschließt, nun sei der richtige Moment gekommen, die Windel zu sprengen, was eine Rundumsanierung notwendig macht. Der Dreijährige hingegen ist viel zu verzückt mit seiner Puppenküche beschäftigt, um auf meine Aufforderungen zu hören, er solle sich bitte seine Schuhe anziehen. Der Mann beschließt verträumt und glücklich, jetzt wäre der ideale Zeitpunkt, um den Computer hochzufahren und in aller Gemütlichkeit ein paar Emails zu lesen.

Da wir bereits die letzten Tage keifend und zeternd wie zwei Rohrspatzen verbracht haben und ich diesen Zustand nicht fortführen will, beiße ich mir auf die Zunge, anstatt mich höflich zu erkundigen, ob er wohl den verf*** Sch***Computer ausschalten könne.

Ich stille das Baby noch schnell, damit es meine folgende zweistündige Abwesenheit duldet. Inzwischen fällt dem Mann ein, er habe seinen Schlüssel irgendwo vergessen. Halleluja, wir müssen also meinen Schlüsselbund, mein Rad etc. teilen, immerhin bringt er sein Radschloss ohne dazugehörigen Schlüssel nicht auf und das Rad ist unser Hauptfortbewegungsmittel.

Es ist 8:52, ich muss gleich weg. Ich nehme also den Radschlüssel vom Schlüsselbund, er steckt die restlichen ein, damit er mit dem Baby zurück in die Wohnung kann, sobald Sohn 1 im Kindergarten abgeliefert wurde. Das Baby rülpst, der Dreijährige wünscht höflich „Mahlzeit!“, vorbildliche Manieren, sehr zu befürworten.

„Fahrst du zu deiner Krampus-Uni, Mama?“

„Campus, Schatzi, Campus!“

„Krampus!“

Die Männer verlassen die Wohnung und mir dämmert: Der Mann hat den Hörsaalschlüssel mit. Rufe ihn an, er solle sofort kehrtmachen, ich käme ansonsten bei der Uni nicht rein. Um 9:12 springe ich aufs Rad, der Mann wirft mir den Hörsaalschlüssel zu und ich flitze von dannen. Zwei Stunden später switchen wir an der Uni Rad gegen Baby, er fährt seinerseits zu seiner Uni weiter, ich übernehme den Kinderdienst.

Wirklich, so ein Familienleben, bei dem man sich alles so hinimprovisieren kann, wie’s einem passt, hat etwas sehr Entspanntes, NOT.

Ein Kommentar zu “Zeit ist ja relativ.

  1. […] nicht falsch: Er hat durchaus seinen ganz eigenen Vogel, soviel ist klar (siehe z.B. hier oder hier), aber in diesem Fall ist er sehr viel klarer als ich. Ich hingegen bin zwar in meinem Hirn sehr […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: