Batman mag Schnitzel und Robin Dessert.

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5. Februar 2013 von evakarel

321 pengSohn 1 tätschelt liebevoll meinen Bauch und erkundigt sich interessiert: „Is da so wieder a Baby drin?“

Vor drei Monaten habe ich mein zweites Kind bekommen. 120 cm Bauchumfang hatte ich zuletzt, ein 4,5 kg Baby habe ich zur Welt gebracht. Meinem Körper sieht man das an. Wenn ich auf der Seite liege, liegt mein Bauch wie ein kleiner Welpe neben mir (wie Anne Lamott das mal treffend formuliert hat). Früher hätte ich sofort den nächsten (nicht funktionierenden) Masterplan ausgetüftelt, wie dem Speck denn nun am besten zu Leibe zu rücken sei. Doch was soll ich sagen? Abends sitzen der Maoam Party Mix und ich in dermaßen trauter Zweisamkeit beisammen, dass mir eine Trennung kaum vorstellbar erscheint.

Ich koche Bio-Hirseaufläufe, schlürfe Gemüsesuppen und nage an Karotten, um mich aufzupäppeln und mein Riesenbaby gut stillen zu können. Doch wenn ich jetzt Sport treiben müsste, bekäm ich einen sehr unyogischen Schreikrampf. Und warum sollte ich müssen?

Mir steht der Perfektionismus, mit dem Körpern heutzutage zuleibe gerückt wird, bis hier oben. Wie konnte es je soweit kommen, uns faszinierende Geschöpfe so zu sehen, als gelte es allein, unser Äußeres zu modellieren? Ich habe mich oft verhalten, als würde mein Körper nur wie ein lästiges Ding von meinem Hirn baumeln. Ziel: Disziplinierung, Optimierung, Leistungsmaximierung.

Als ich nach einigen Jahren Essstörung in meine erste Yogastunde stolperte, war ich ganz überrumpelt vor Begeisterung. Das ist nun über zehn Jahre her. Und die Begeisterung ist immer noch da, was jedoch keineswegs bedeutet, ich hätte mich deshalb erfolgreich gegen Schönheitsideale immunisiert. Nein, diese Ideale sind ein Hund, sie stellen mir immer wieder ein Bein und es ist mein erklärtes Ziel, dies langfristig zu sabotieren. Wer von uns passt schon in diese Norm? Und sollen wir nun traurig unser Dasein fristen, weil wir optisch dem momentan gängigen Ideal nicht entsprechen? Zum Teufel damit!!

Auf unserem Klo hängt ein Ausschnitt des Gea-Magazins. Er zeigt einen runden und einen dürren Mann. Sie umarmen sich innig und haben eine rosa Decke um die Hüfte. Daneben steht:

Batman und Robin

die lieben sich sehr.

Batman mag Schnitzel

und Robin Dessert.

Sagt Robin zu Batman:

Oh wie schön ist dein Bauch!

Sagt Batman zu Robin:

Ich liebe ihn auch.

2 Kommentare zu “Batman mag Schnitzel und Robin Dessert.

  1. ein Helge kommt selten allein... sagt:

    Ich zitiere:

    „Die Kunst ist brotlos.
    Macht nichts! Antworte ich. Ich esse doch viel lieber Kuchen.“

    Kaum jemand sorgt so für Angst und Schrecken in der Gesellschaft wie die Waffenlobby in den Staaten, eine allerorts medial wirksame Panikpredigt schreiend: „Kauf dir eine Waffe und verteidige dich!“
    Wirklich erschütternde Interviews unterstreichen diese Dokumentation zuletzt, wo ahnungslos programmierte Kevin-Normal Bürger sich für den Waffenbesitz und sich Shirley-Normal Bürgerin für die Frauenbürgerwehr ausspricht…gegen wen kämpfen die? frag ich mich…

    Danach folgt Werbung. Einer kritischer Dokumentation folgt der angesprochene „Du bist was du isst“-Wahn.
    Kurz überlegt stelle ich mir die Frage: gibts eine Gesellschaftslobby? Fear and Loathing made by media?
    Werden Nahrungsmittelverpackungen bald angstschürende Krankheitsbilder in Hochglanz präsentieren?
    Gibts bald Schablonen statt Türen um ein Gebäude zu betreten?
    Gesichts-, Finger- und Nägelkontrolle – BMI Codizes, die man wie ein Kühlschrank mit Effizienzklasse A+++++ mit sich tragen muss?

    Diese vielen Fragen beschäftigen….durch Unterzucker ist meine Effizienz gerade maximal bei C-D…ich ess jetzt mal nen Kuchen. Danach lass ich mir das AMA Gütesiegel am Hintern tätowieren..was wird wohl Mama dazu sagen?

    Danke Eva für diesen Blog, immer wieder interessant dir beim schreiben zuzulesen. auf wiederhörn!

  2. […] Gea’s Batman und Robin […]

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