Klappe zu weit aufgerissen

3

29. Januar 2013 von evakarel

KarnapidasanaKlassischer Fall von Klappe zu weit aufgerissen. Der Yoga-Abend war eindeutig der böse Zwilling des Szenarios, das ich gestern noch so großspurig beschrieben hatte. So richtig zum Verstecken und Ohren-Zuhalten.

Sohn 1 wollte unbedingt wieder mal mit ins Yogastudio, um dort vor dem Kurs herumzuflitzen, sich ausgiebig im Yogamattenkasten zu verstecken, den Raum mit Räucherstäbchen einzuduften, sich gebührend von den KursteilnehmerInnen bezwitschern zu lassen usw. Das hat bei uns lange Tradition, wir machen das oft. Man ist ja nicht herzlos, natürlich nimmt man ihn mit. Nimmt man SIE mit, denn hoppla, da sind ja nun zwei der Sorte vorhanden.

Böser Zwilling Part 1: Wir treffen 40 Min früher ein, um quasi endlose Spielzeit zu haben. Das Studio ist jedoch neuerdings bis kurz vor meinem Kursbeginn vermietet. Wir warten also 25 Minuten draußen im Schnee. Sohn 1 ist überraschend kooperativ und beschäftigt sich, indem er mich mit Schneebällen befeuert. Sohn 2 ist dezent mürrisch, er möchte raus aus dem Tragetuch. Es ist kalt.

Böser Zwilling Part 2: Der Kurs vor meinem Kurs ist ein Kinderkurs. Kinderkurs bedeutet: Der Boden ist voller Grissinibrösel, das Studio voll kreischender Volksschulkinder. Helau.

Böser Zwilling Part 3: Während Sohn 1 mit einem Räucherstäbchen in der Hand durchs Studio galoppiert, beschließt Sohn 2, es wäre nun angebracht, ordentlich die Windel zu befüllen. Die ersten YogaschülerInnen trudeln ein, ich winke fröhlich mit angeschissenen Feuchttüchern.

Böser Zwilling Part 4: Der Vater trifft ein, doch der Räucherstäbchenterrorist möchte keineswegs abgeholt werden. Sohn 2 wiederum brüllt, weil er seinerseits nicht ins Tragetuch gewurschtelt werden möchte. Bemühe mich, möglichst authentisch wirkende, entspannte Nasenlöcher für die KursteilnehmerInnen zu fabrizieren, schließlich sind die zur Entspannung gekommen.  Endlich ist die Brut bei der Tür draußen, wir räkeln, dehnen und freun uns.

Böser Zwilling Part 5: Am Heimweg trete ich hoffnungsvoll in die Pedale, doch schlafen tut hier NIEMAND. „Hallo Mama!“ kräht es fröhlich vom Hochbett. Sehr super. Also raufkraxeln, hier Baby, bittesehr, der Busen. Sohn 1, kuschel dich bitte an meinen Rücken beim Stillen und hör auf, das Baby im Gesicht zu kraulen. „Kikeriki.“ „Nix kikeriki.“ 10 Minuten später: Selige Ruhe. Danke sehr.

3 Kommentare zu “Klappe zu weit aufgerissen

  1. Theresia sagt:

    Haha, gestern haargenau dasselbe gemacht. Allen erzählt, wie toll grad alles läuft und als reward dafür eine horrornacht hinter mir 😉

    LG

  2. evakarel sagt:

    genau so ist’s. immer! 🙂

  3. Monique sagt:

    mit angeschissenen Feuchttüchern winken! LoL, selten so gelacht, kommt aber immer wieder vor im richtigen Leben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bitte gib hier deine Email-Adresse an, wenn du bei neuen Artikeln per Email benachrichtigt werden möchtest.

%d Bloggern gefällt das: